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Heute ist World Backup Day!

Irgendwer hat sich den 31.3. als „Weltweiten Backup-Tag“ ausgesucht. Je nun, solche Thementage gibt es bekanntlich mehr als täglich, aber wie auch immer: Es ist ein ehrbares, wichtiges Anliegen und alle Nutzer datenverarbeitender Gerätschaften sollten Backups ihrer Daten machen. Denn: Backups braucht man fast nie. Aber wenn du ein Backup brauchst, und du hast keins, ist es zu spät.

USB-Festplatte und alles wird gut

Selbstverständlich gibt es auch eine eigene Website zum Tag . Auf ihr finden sich schon die wesentlichen Tipps (für Einsteiger). Es läuft darauf hinaus, die Bordmittel des jeweiligen PCs zu nutzen um auf einer USB-Festplatte automatisch Backups abzulegen.

Der Empfehlung, die USB-Platte immer angesteckt zu lassen, kann ich allerdings nur bedingt folgen:
Vor allem bei den besonders durch Erpressungstrojaner gefährdeten Windows-Rechnern kann es da passieren, dass die Sicherungskopie gleich mit verschlüsselt wird.
Dagegen hilft, entweder (zusätzlich) hin und wieder eine DVD oder CD mit den wichtigsten Daten zu brennen, die USB-Platte nur einmal die Woche oder so anzuhängen (das dann aber wirklich!) oder dafür zu sorgen, dass die Platte nicht wie ein Laufwerk vom normalen Benutzer erreicht werden kann, sondern nur vom Backup-Programm.
Oder halt kein Windows zu benutzen. Was uns zu meiner persönlichen Anekdote führt

Warum es wirklich gut ist ein aktuelles Backup zu besitzen

  1. Paar sitzt so abends auf dem Sofa. Sie will noch Fotos bearbeiten, aber das Programm befindet sich noch nicht wieder auf dem relativ neuen Linux-Rechner.
  2. Deshalb will er „noch eben schnell“ das Programm installieren.
    Erwähnte ich, dass die beiden schon zwei Gläschen Wein getrunken haben?
  3. Gesagt, getan. Das Skript fragt nach dem Installationsort, er ändert ihn.
  4. Das Programm ist jetzt in /op /<programmname> installiert.[1]
  5. Er merkt, dass der Installationsort nicht der ist, den er haben wollte. Mist.
  6. Na gut, wieder löschen: sudo rm -r /op /[2]
    Die zwei Gläser Wein hatte ich erwähnt, oder?
  7. Diese SSD-Festplatten sind schon verdammt schnell. Zum Beispiel, wenn sie wie gewünscht /op löschen. Oder, wie meist eher nicht erwünscht, wenn sie außerdem auch / löschen, also alles
    Ein hektisches, viel zu spätes Strg+C rettet auch nichts mehr.
  8. *beeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeep*
  9. Am nächsten Tag: Wiederaufsetzen des Betriebssystems gelingt dank des vom Hersteller bereitgestellten Skripts zügig und schmerzfrei.
  10. Es gibt ein Backup der persönlichen Daten und Einstellungen auf der an der FritzBox angeschlossenen USB-Festplatte![3] Und das Zurückspielen klappt sogar problemlos.
  11. Alles wieder gut.
    Und er hat gelernt: Anführungszeichen sind wichtig. (sudo rm -r "/op /" wäre gut gegangen. Trotzdem zu riskant.)
    Und vor allem: Don't drink and mess with your drives!

Merke: Ein Backup hilft nicht nur im Fall von abrauchender Hardware oder fiesen Dingen, die böse Menschen tun, sondern auch und vor allem bei Taten, die aus eigener Blödheit entspringen.
In diesem Sinn: Frohes Backup-en!

Titelfoto: Piotr Chrobot / Unsplash


  1. Erstaunlicherweise akzeptiert Linux ein Leerzeichen als letztes Zeichen eines Ordnernamens. ↩︎

  2. Das „/“ am Ende passiert ganz schnell, wenn man Pfade mit TAB vervollständigt. ↩︎

  3. Mit Déjà Dup war das schnell eingerichtet. ↩︎

Lothar Neumann

Lothar Neumann

Physiker der Ausbildung nach. Jetzt Technical Writer. Evolutionärer Humanist. Zugeroaster. Papa. Setzt daheim Raspberry Pis produktiv ein, hat aber keinen Facebook-Account (beides aus Gründen).

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